Wie sind die Symptome eines Traumas?

Die häufigsten Symptome einer Posttraumatischen Belastungsstörung ist das ungewollte und unkontrollierbar scheinende Wiedererleben des Traumas (Intrusionen/ Flashbacks), ein Vermeidungsverhalten in Bezug auf Dinge, Orte, Personen etc., die an das Trauma erinnern könnten, sowie körperliche Stress-Symptome wie z.B. Übererregung, Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen, starke Ängste. Diese Symptome können erstmalig bis zu einem Jahr nach dem belastenden Ereignis auftreten und über Jahre hinweg andauern.

Kinder bilden im Verlauf ihrer Entwicklung nach und nach kognitive Schemata, in welche sie neue Erfahrungen aufnehmen und einordnen, die sie aber auch erweitern und ergänzen können. Traumatische Erinnerungen überfordern die altersgemäße Fähigkeit des Kindes, neue Eindrücke in symbolische und sprachliche Schemata einzuordnen, z.B. in das Realitätsschema (Zu wissen: "Es ist wirklich passiert"), ins Selbstbild ("Ich war es, dem es passiert ist") oder ins Zeitschema ("Es ist vorbei"). Besonders schwer können Kinder die Verantwortung für die Traumatisierung richtig zuordnen. Bei Traumatisierungen durch Familienmitglieder führen Gefühle wie Scham, Schuld, Wut und Rachegefühle zum Konflikt mit der Loyalität gegenüber der Familie und dem Grundgefühl der Zugehörigkeit.

Erfahrungen und Umgebungsreize zum Zeitpunkt des Traumas konnten aufgrund der starken sinnlichen Überreizung nicht differenziert im Gedächtnis verarbeitet und gespeichert werden. Somit wurden auch nebensächliche Details wie z.B. Tapetenmuster, Farben oder bestimmte Gerüche an die Angsterfahrung gekoppelt mit der Folge, daß nun jeder solche Reiz schon alleine die gesamte Angstreaktion auslösen kann. Eine solche Gefahrreaktion äußert sich in Impulsen zu aggressivem (Verteidigungsreaktion), vermeidendem (Fluchtaktion) und reflexhaft gelähmtem Verhalten (Todstellreflex) und ist fast immer von physiologischen Streßerscheinungen begleitet. Häufige Streßreaktionen des Körpers ohne reale Gefahr irritieren das Vertrauen des Kindes in seine Körperwahrnehmung und seine Gefühle.
Die Entwicklung der Fähigkeit, tiefe Gefühle differenziert auszudrücken, ist bei traumatisierten Kindern oft behindert: Schwierigkeiten, Gefühle in Worte zu übersetzen, behindern die Flexibilität des Handels und Reagierens und fördern Impulshandlungen.

Der Verlust der Fähigkeit, die Intensität von Gefühlen und Handlungsimpulsen zu kontrollieren, ist für Kinder die weitreichendste Folge traumatischer Belastungen. Wenn die innere Selbstregulation nicht ausreicht, den emotionalen Zustand erträglich zu machen, versuchen Kinder, diesen mit Hilfe von äußerem Verhalten zu regulieren. Hierzu zählen aggressive und selbstschädigende Handlungen, Eßstörungen und Sucht.
Schon eine einmalige Traumatisierung gefährdet frisch bewältigte und nachfolgende Entwicklungsschritte, und zwar nicht nur direkt, sondern in Interaktion mit der sozialen Umgebung und den Lebensverhältnissen, z.B. mit familiären und sozialen Erwartungen, die auf die innerpsychische Entwicklung zurückwirken.

Mögliche Symptome einer Traumatisierung:
- Schlafstörungen
- Albträume
- ständig wiederkehrende, ungewollte, belastende Erinnerungen (flashbacks)
- Erinnerungslücken
- Depressionen
- Angstzustände
- Nervosität
- Konzentrationsschwäche, Erschöpfung
- Übererregbarkeit, Reizbarkeit
- Vermeidungsverhalten, sozialer Rückzug, Interessenverlust, Isolation
(nach Oliver Schubbe: EMDR in der Therapie psychisch traumatisierter Kinder (1997))